Der SC Freiburg-Moment

 

Über den Sieg des SC in Köln gibt es eigentlich nicht so viel zu sagen. Die Mannschaft hat es in der Situation richtig gemacht, erst einmal auf Sicherheit zu spielen, keine gegnerischen Konter zu ermöglichen und lieber den sicheren, wenn auch häuftig, unattraktiven Ball zu spielen.

 

Aber das Zustechen im entscheidenden Moment funktionierte dieses Mal. Darida mit der Balleroberung, Mehmedi setzt sich auf der linken Seite durch und aus der Flanke resultiert der Handelfmeter, der das Spiel entschied.

 

Wie stabil und souverän die Mannschaft den Rest des Spiels blieb und bei besserer Chancenverwertung deutlich höher hätte gewinnen können gibt Hoffnung für die nächsten Wochen.

 

Der Moment des Spiels geschah aber nach dem Abpfiff: Stefan Mitrovic, der in dieser Saison noch kein Spiel von Beginn an gemacht hatte, rannte wie entfesselt auf Christian Streich zu und fiel diesem in die Arme. Mitrovic, mit großen Erwartungen als Verstärkung in der Innenverteidigung verpflichtet, der natürlich auch als serbischer Nationalspieler den Anspruch hat zu spielen, kam bisher nur eine Halbzeit gegen Bremen und im Pokal zum Zuge. In all der Zeit aber gab es von ihm  keine einzige negative Aussage über seinen neuen Verein, ständig war das Bemühen da sich zu verbessern und den Anforderungen des neuen Umfelds gerecht zu werden.

 

Auch der Trainer lobte den Neuen, der manchmal einfach zu ehrgeizig sei und zu viel wolle, in den höchsten Tonen, stellte sich schützend vor ihn und gab ihm die notwendige Zeit.

 

 

Deshalb war für diese Umarmung mein bisheriger Moment der Saison, denn sie zeigt was den SC Freiburg ausmacht: Sportlicher Erfolg als das Ergebnis harter Arbeit, großen Ehrgeizes auf der Basis menschlichen Respekts und gegenseitiger Anerkennung.

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Deifelsweib (Dienstag, 04 November 2014 11:54)

    ...das ist es in der Tat, was den SC ausmacht und immer ausmachen wird, wenn man sich weiterhin dem Größenwahnsinn verschließt und anderen Werten als dem Tabellenplatz und den schnöden Mammon huldigt

  • #2

    heinzkamke (Dienstag, 04 November 2014 14:46)

    Ich mag das sehr, wenn man solche Momente herauspickt, versuche es selbst, na ja, viel zu oft, und ihnen dann eine Bedeutung beimisst, die sie oftmals gar nicht haben, die sie aber haben könnten und die wir ihnen beimessen möchten.
    Und nein, das ist keine Kritik von hinten durch die Brust ins Auge, sondern ehrliche Freude daran.