Zehn Elfer, drei Ecken - Folge 15: FC Schalke 04

 

Morgen geht es gegen den FC Schalke. Und mangels Zeit heute keine lange Vorrede, sondern die direkt Übergabe an Arne mit einem herzlichen Dank für die Beantwortung des Fragebogens.

 

 

Zehn Elfer

 

1. Das bin ich in 140 Zeichen:

Schalker, 31 Jahre, Dithmarscher, Politikwissenschaftler, Mediendokumentar, Hobbyfussballhistoriker, Wortspielfanatiker

 

2. So kam ich zu meinem Verein:

Die ersten acht Lebensjahre habe ich mich zur Hoffnung meiner Eltern im Gegensatz zu meinen älteren Brüdern nicht für Fussball interessiert. Das änderte sich mit dem WM 1990 (jaja...). Der jüngere meiner zwei älteren Brüder war vor dieser Zeit Schalker, bevor er sich doch noch umentschieden hat (Gladbach, höhö), so dass ich ich in Schalke-Bettwäsche aufgewachsen bin. Darauf stand auch noch sowas wie „Deutscher Meister“ und „Deutscher Pokalsieger“ und ich hatte ja keine Ahnung, dass das alles ewig her war. Denn ich war wohl sowas wie ein Erfolgsfan, da Schalke zu diesem Zeitpunkt viele Spiele gewann und souverän an der Tabellenspitze stand. Allerdings in Liga Zwei.

 

3. Niemals werde ich dieses Glücksgefühl vergessen, als...

Immer wieder Inter Mailand. Natürlich war da der UEFA Cup-Gewinn 1997. Und ja, beim 5:2 hatte ich Freudentränen. Aber der emotionalste Moment, mein wohl größter Torjubel war das 1:0 von Michael Goosens in der Nachspielzeit des Rückspiels im UEFA Cup-Viertelfinale 1997/98. Auch, wenn danach in der Verlängerung noch das Ausscheiden folgte.

 

4. Im Giftschrank der Erinnerungen liegt...

Man würde von mir hier jetzt sicher das Bundesligafinale 2001 erwarten. Aber 2007 gegen den VfB Stuttgart mit Armin Veh die Meisterschaft verspielt zu haben, empfinde ich als deutlich schmerzhafter.

 

5. Diesem Spieler sollten wir einen Vertrag auf Lebenszeit anbieten...

Max Meyer, dem ich ein noch größeres Potential zusprechen würde als Julian Draxler. Aber mit Treue auf Lebenszeit haben wir ja schon auf Schalke schlechte Erfahrungen gemacht mit bekennenden Coke Zero-Trinkern.

 

6. Der unbesungene Held unseres Clubs ist...

Jeder Spieler, den man nun nennt, wird dann doch ein Stück weit besungen. So sollte man tatsächlich all diejenigen nennen, die als Angestellte im Hintergrund, sei es in der Geschäftsstelle, in der medizinischen Abteilung, in der Mannschaftsbetreuung, beim Catering im Stadion am Spieltag und und und... den alltäglichen Betrieb in diesem Verein am laufen halten.


7. Mein ewiger Lieblingsspieler des Vereins ist...

Marc Wilmots, das Kampfschwein und ab 2014 mit Belgien als Trainer Weltmeister.

 

8. Mit dem SC Freiburg verbinde ich folgende Erinnerung... .

Das 5:1 gegen den FC Bayern München in der ersten Bundesliga-Saison von Trappatoni. Aus Schalker Sicht war ansonsten natürlich das „Champions League-Finale“ im letzten Jahr das bedeutendste Duell.

 

9. Außer Matthias Ginter hätte ich gerne folgenden Spieler des SC Freiburg bei uns im Kader ...

Oliver Baumann wäre ein guter Backup für Ralf Fährmann.

 

10. Mein ultimativer Geheimtipp für Gästefans lautet.... .

Ich weiß nicht, ob dass ein wirklicher Geheimtipp ist. Aber es ist vielen glaube ich nicht bewusst, dass man verborgen hinter dem medizinischen Zentrum noch die verbliebenen Ruinen des „guten alten“ Parkstadions bewundern kann.

 

 

Drei Ecken

 

Ich wollte Dich schon immer einmal fragen:

 

Welche Erinnerungen verbindest Du mit Schalke 04?

Im Stadion nur Niederlagen, noch nicht mal ein einziges Unentschieden durfte ich bisher sehen. Einen Besuch in einem überdachten Stadion, kam mir vor wie in einer Konzerthalle, nur in groß. (brauche ich in dem Leben nicht mehr) Die UEFA-Cup Siegesfeier mit meinem damligen Mitbewohner, der aus Dortmund (!) kam.

Und nicht zuletzt meine Großmutter (der Herr hab sie selig), die immer meinte: „Ich weiß ja nicht warum und kenne mich nicht aus, aber ich mag die Schalker.“

 

Was würde dein Lieblingsclub sein (können), wenn es den SC Freiburg nicht gäbe?

Ein Verein, der für ein kluges, nachhaltiges Konzept steht, der seine Finanzen im Griff hat ohne immer nach der öffentlichen Hand zu schreien. Ein Verein, bei dem sich Gästefans wohlfühlen und mit Applaus begrüßt werden. Ein Verein der auf seine Jugend setzt und dies nicht nur als Mär nimmt um Konzern- oder Mäzenenunterstützung zu nehmen. Und ein Verein, bei der der Trainer und das Konzept nicht bei jeder Niederlage in Frage gestellt wird und bei dem nicht permanent zwischen Champions League und Weltuntergang geschwankt wird. Ach ja, linksliberal soll er bitte auch noch sein. Irgendwelche Angebote?

 

Hat die Nutzung sozialer Netzwerke wie Twitter deine Betrachtung des Fußballgeschehens verändert, und wenn ja, wie?

 

 

Mir hat Twitter den Spaß am Fußball gründlich vermiest. Wo soll ich nur mit meinen Vorurteilen hin, wenn es selbst mit einem Hoffenheimer solch großen Spaß macht sich angeregt über das Spiel zu unterhalten? Wie soll man einen Verein noch einen seelenlosen Werksverein finden wenn er Fans wie Fanny und Cathy hat? Und bayrischer Erfolgsfan, der den Verein nur gut findet weil die eben immer gewinnen? Nun ja, dann hast Du eben Alex und Ben und kannst auch das in die Tonne treten.

Wie gesagt, seit Twitter ist der Spaß komplett im Eimer, denn was sind Voruteile noch wert, die keine Gültigkeit mehr haben und die in keinster Weise stimmen?

Früher war einfach mehr unbegründetet Hass und es war alles

 

anders und

 

 

schlechter.

 

Denn ich schätze die genannten Twitteratis (und etliche andere) über alle Maßen. Mir gab und gibt dies immer wieder neue Zugänge, neue Sichtweisen, die vielschichtiger sind und tiefer gehen als nur an der Oberfläche zu kratzen. Und vor allem bekommt man über die Personen auch einen emotionalen Bezug zum jeweiligen Verein. Wie gesagt: Nicht einfacher, aber viel viel schöner.

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