Der SC Freiburg bei der Hertha. Oder: Safety first

 

 

Mein erstes Spiel in der Rückrunde im Stadion, und dann war das eines an das sich der Fußballfan, wenn überhaupt, nur mit Grausen erinnern wird.

 

Aber auch beim Fußball gilt, dass früher nicht alles besser war und heute nicht alles schlecht ist.

 

So war zu sehen, dass die Mannschaft einen klaren Matchplan hatte, den sie (teilweilse bis zur Selbstverleugnung) klar über 90 Minuten umsetzte.

 

Sicherheit stand die kompletten 90 Minuten über allem. Ich weiß nicht ob die Innenverteidiger in Spielsituationen auch nur einmal die Mittellinie überquerten.

Auch bei eigenem Ballbesitz waren immer etliche Spieler hinter dem Ball, so dass Hertha kein einziges Mal sein Umschaltspiel aufziehen konnte. Statt des riskanten Passes nach vorne wurde lieber der sichere Ball nach hinten, dann auch häufig unter Einbeziehung von Oliver Baumann gespielt. All dies unter dem Motto: "Wenn wir gegen die schnelle Hertha schon den Ball verlieren, dann soll dies möglichst weit weg vom Tor passieren."

Erstaunlicherweise fiel den Berlinern nichts ein um das Spiel selbst gestalten zu können. Standards ließ der SC nur wenige zu, die Außenverteidiger hielten ihre Seiten dicht und in der Mitte räumte der überragende Pavel Krmas alles ab, was da kam.

 

Dass dies nicht alles ansehnlich war ist auf Platz 17 relativ egal. Wichtig war, dass die Mannschaft über den Ballbesitz und die hohe Anzahl an Pässen sich Sicherheit im Spiel schaffte und die Hertha dem fußballerisch an dem Tag nichts entgegenzusetzen hatte. So resultierten die Chancen der Berliner aus Stolperern Freiburger Abwehrspieler (Allagui) oder dem schlechten Platz, der aus einem mittelmäßigen Aufsetzer einen gefährlichen Torschuss machte (Ramos).

 

Auf der anderen Seite haperte das Freiburger Offensivspiel über die defensive Taktik hinaus an den üblichen Schwächen: Keine Geschwindigkeit nach vorne bei eigenem Ballgewinn, kein Durchsetzungsvermögen in 1:1-Situationen (durch den Einsatz von Guede als zentrale Spitze ging es darum eh nur begrenzt) und zu wenig Unterstützung der zentralen Mittelfeldspieler nach vorne.

 

Was gab es sonst noch?

 

Julian Schuster spielte nach langer Pause wieder von Beginn an. Um es positiv zu formulieren würde ich seine Leistung mit wenig Ballgewinnen, schlechter Zweikampfführung und wenig Ballsicherheit auf die mangelnde Spielpraxis schieben wollen.

 

Schätzungsweise 1500 Freiburger waren an einem Freitag Abend mitgereist, was einerseits natürlich mit dem langen Wochenende und der attraktiven Stadt zu tun hat, andererseits aber auch zeigt, dass die Unterstützung für das Team auch in schlechten Zeiten riesengroß ist.

 

Nichts zur Nominierung von Matthias Ginter? Eigentlich nicht, denn überraschen kann das nur Leute, die die letzten beiden Jahre den SC nie gesehen haben.

Um um mal hier auch zu Spekulationen beizutragen: Es würde mich nicht überraschen wenn in der Woche nach dem Spiel gege den BVB sein Wechsel zur neuen Saison zu genau diesen Dortmundern durchsickern würde.

 

Bis dahin.

Der Sitzplatzultra

 

 

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